Feuer in Tennessee

Alles rund um den DeLorean
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hackyon
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Feuer in Tennessee

Beitragvon hackyon » 8. Dez 2016, 13:02

Hallo und geflügelten Gruß !

Hier im Forum erzähle ich ja lieber lustige Geschichten, aber diesmal leider nicht. Ich meine, ich hätte hier mal getippert, wie ich zufällig in Spanien einen Deloreanfahrer aus USA getroffen habe. Ich reiße das aber noch einmal kurz an, um den Hintergrund näher zu beleuchten.
In einem kleinen Touristenort an der Costa Blanca, genauer Guadelest, habe ich vor 4 Jahren aus Neugierde ein Pfeffer- uns Salzstreuermuseum besucht. Ich wollte eigentlich schon wieder umkehren, doch der junge Mann, der mir entgegenkam, meinte, ich solle ruhig einen Besuch machen, es würde sich lohnen. Daraufhin erwiderte ich "Ja, wenn Sie hier einen Delorean als Salz- oder Pfefferstreuer haben". "Nein, meinte der junge Mann, keinen Streuer, ich habe einen Delorean". Danach ging eine muntere Konversation los, in der sich herausstellte, daß Alex Ludden aus USA kam, seine Mutter aus Belgien und er auch noch dort einen belgischen Bekannten mit Delorean hat - Jan Indekoi (bin mir bei der Schreibweise nicht sicher), den ich wiederum auch kenne. Ja, die Welt ist klein. Jedenfalls haben wir von da an mehrfach im Jahr Kontakt gehabt und zuletzt wollte mich in 2015 noch besuchen. In Spanien haben wir uns leider öfter verpaßt und da er nicht immer dort ist, eigentlich nur in USA, sollte es irgendwann einmal zu einem Treffen in Deutschland geben, weil der Vater noch Verwandte in Süddeutschland hat. Als wir dieses Jahr im Oktober in Spanien waren, erhielt ich eine Nachricht von Alex. Er fragte, wann wir wieder in Deutschland seien. Er besuchte Verwandte in Belgien und würde für einen Tag dann eventuell zu uns kommen. Wir stimmten uns ab und so sollte er dann am 21.11. bei uns in Essen auftauchen. Wir sind selbst erst am späten Abend des 20.11. wieder von Spanien zurückgekommen, aber das sollte uns nicht von einem Treffen abhalten. Leider hatte sich mein Vater noch kurz vor Abfahrt einen Virus eingefangen und gab ihn dann an meine Mutter und mich munter weiter. So schniefte der ganze Wagen über eine Strecke von 2100 Kilometern. Am Sonntag, als wir in Nimes abfuhren, war meine Mutter schon arg schlimm dran und es besserte sich nicht. Ich merkte die Anfänge auch schon, konzentrierte mich aber mehr auf das Fahren als auf meine Nase. Als wir dann endlich abends wieder in Essen ankamen, waren wir ziemlich platt. Meine Mutter war mittlerweile nur noch ein Häufchen Elend und verschwand sofort von der Bildfläche. Ich rappelte mich soweit auf und empfing unseren Besuch am nächsten Tag. Meine Nase lief nun wie ein Wasserhahn und ich hielt mich möglichst fern von Alex, um ihn nicht noch anzustecken. Ich zeigte ihm unsere Umgebung, das Hotel Bredeney und die Villa Hügel, kurz eine stark abgespeckte Fassung vom Delorean Treffen hier in 2014. Zeche Zollverein, das Musical und die Go-Kartbahn ließ ich aus. Dafür gab es ja dann noch einen Besuch in der Area 51 und einen Gang über den großen Weihnachtsmarkt mit Glühwein. Abends ging es gemeinsam mit meinem Vater zum Essen. Meine Mutter war überhaupt nicht mehr aus dem Bett zu bekommen, was ihr unendlich leid tat. WIr entschuldigten uns bei Alex für jeden Nieser und es wurden immer mehr. Als Alex dann beim Hotel abgesetzt wurde, fuhr ich gleich nach Hause und rein in´s Bett. Die Nacht und der folgende Tag waren einfach nur wunderbar. Mit reichlich Echinacin versuchte ich so gut es ging meine Abwehrkräfte zu mobilisieren. Ich kam dann auch zwei Tage später wieder eingermaßen fit aus meiner Höhle. Am 23.11. flog Alex von Brüssel wieder nach USA und ich tipperte natürlich eine Mail um zu erfahren, wie es ihm ginge, Ob er wohl ohne Virus wieder heil in USA angekommen sei. Keine Nachricht. Ich wartete und wartete. Dann endlich, letzte Woche, bekam ich Nachricht, doch der Inhalt ließ mich ehrlich schaudern. Er fragte mich in der Mitteilung, ob ich eventuell Nachrichten von USA gesehen hätte. Darin solle es um ein großes Feuer, einen Waldbrand in Tennessee. Er wohnt mit seiner Familie in Gatlinburg, nahe dem Great-Smoky-Mountain National Park. Dort betreibt er das große Museuem http://www.thesaltandpeppershakermuseum.com/
Er berichtete weiterhin, ein mächtiges Feuer wäre dort ausgebrochen und hätte eine Fläche von 70 Quadratkilometern erfaßt. 14.500 Menschen mußten evakuiert werden und es gibt bereits 9 Tote und noch zahlreiche Vermisste. Er erzählte mir noch, als er hier zu Besuch war, daß es dort mal ein Feuer gegeben hätte und ihr Haus Gott sei Dank verschont wurde. Diesmal hatte er nicht so viel Glück. Er mußte wohl montags den 28.11. das Haus von jetzt auf gleich verlassen. Ein Feuerwehrmann holte die Familie ab. Er konnte in der Eile nichts mehr mitnehmen, nicht mal einen Mantel. Nachdem das Feuer über ihr Grundstück gefegt war und er dort nachsehen wollte, ergab sich ein Bild der vollständigen Zerstörung. Ich denke, die Bilder sprechen für sich.

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Ist schon der Verlust des Wagens nicht gerade erfreulich, aber die gesamte Existenz auf einen Schlag zu verlieren, nicht ein Foto oder sonstige Andenken mehr zu haben (seine Mutter ist letztes Jahr verstorben), all das zusammen ist wirklich eine Katastrophe. Täglich warte ich auf neue Nachrichten von ihm. Das Feuer scheint wohl soweit unter Kontrolle und die Schuldigen gefaßt. Ein paar Jugendliche haben wohl das Feuer im Wald ausgelöst. Infos zu dem Brand erfährt man hier:
https://weather.com/news/news/tennessee ... vier-fires

Für viele Bewohner von Gatlinburg gibt es nichts, wohin sie zurückgehen können. Alex hat vielleicht noch ein bisschen Glück, denn das Museum scheint unbehelligt zu sein. So haben sie immerhin noch einen Ort, wo sie sich vielleicht für die nächste Zeit zurückziehen können.

Alex´Schwester hat übrigens noch mit Andreas, Klaus und Wolfgang im letzten Jahr gefrühstückt, als sie auf ihrer World Tour auch durch Tennessee
fuhren. Falls von diesem Treffen noch Fotos vorhanden sind, würde ich diese gerne weiterleiten. Ich hatte Alex noch ein paar Dinge, darunter auch einen Schlüsselanhänger mit einem 3D Modell vom Delorean Treffen 2014 mitgegeben. Auch dieser ist vom Feuer nicht verschont geblieben. Er bekommt von mir natürlich einen Ersatz. Nur ein schwacher Trost, aber ich hoffe, ein wenig Solidarität tut ihm und der Familie gut.

Euer Axel
Möge der Saft mit Dir sein - VIN# 11751

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AndreasS_10866
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Re: Feuer in Tennessee

Beitragvon AndreasS_10866 » 17. Dez 2016, 20:41

Da fehlen einem die Worte :shock:
Wenn du eine Zeitmaschine hast, hast du so viel Zeit, wie du willst!
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Andre_7034
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Re: Feuer in Tennessee

Beitragvon Andre_7034 » 17. Dez 2016, 21:42

ich erinnere mich an das Treffen. War sehr sehr sehr kurz, ich habe davon leider keine Fotos. Evtl. Klaus oder Wolfgang
Vielleicht sollten wir manchmal einfach DAS tun, was uns glücklich macht und nicht DAS, was vielleicht am Besten ist!

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Christian 3778
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Re: Feuer in Tennessee

Beitragvon Christian 3778 » 12. Mär 2017, 08:16

die Teile des Wagens stehen wie ich weiss zum Verkauf auf Facebook ....
Wings are currently grounded - Restoring in progress ....


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